Wie funktioniert die Uhr? Varianten der Datumsanzeige

Die Anzeige des Datums ist neben der Zeitanzeige eine der wichtigsten Funktionen einer Armbanduhr. Ein neuer Teil unser Serie „Wie funktioniert die Uhr?“ beschäftigt sich deshalb mit den verschiedenen Varianten der Datumsanzeige.

Nicht nur die Uhrzeit ist für den Uhrenträger von entscheidender Bedeutung. Auch die Datumsanzeige zählt zu den wichtigen Funktionen, die einer Uhr nicht fehlen sollten. Die Bandbreite des Möglichen ist riesig.

 

Neben der Mitgabe des Datums präsentiert sich der Uhrenmarkt, was die Varianten der Datumsanzeige angeht, äußerst vielfältig. So gibt es Uhren, die den Wochentag, den Monat, das Jahr und sogar religiöse Angaben in sich vereinen. Welche Unterschiede es bei den Komplikationen zur Datumsanzeige gibt, ist nachfolgend näher erläutert:

 

 

Fensterdatum

Obwohl das Fensterdatum technisch schwieriger umzusetzen ist als das Zeigerdatum, ist es die Variante der Datumsanzeige, die am weitesten verbreitet ist. Erklären lässt sich dies am ehesten mit der Kundennachfrage. Mithilfe einer kleinen Scheibe, auf der die Zahlen von 1 bis 31 eingetragen sind, erscheint das Datum in einem kleinen Fenster auf dem Zifferblatt.

 

Die Herstellung des Fensterdatums ist aber anspruchsvoll. Geringe Toleranzen bei der Produktion der Teile und erhöhte Sorgfalt während des Zusammenbaus definieren sie.

 

 

Zeigerdatum

Eine schmucke Alternative zum Fensterdatum ist das Zeigerdatum. Gerade bei klassischen Herrenuhren wird es gern verwendet. Diese Anzeigeform ist etwas älter als das Fensterdatum. In seiner technischen Umsetzung lässt man sich von der klassischen Zeitanzeige inspirieren, in dem man die Tage von 0 bis 31 auf ein graduiertes Zifferblatt überträgt.

 

 

Großdatum

Wenn es um Ablesbarkeit geht, reicht nichts an das Großdatum heran. Dabei ist es der Glashütter Manufaktur A. Lange & Söhne mit zu verdanken, dass das Großdatum bei Uhrenliebhabern seit den 1990er Jahren immer populärer geworden ist. Auch die Glashütter Marke Bruno Söhnle setzt diese Variante der Datumsanzeige ein.

 

Ihre stilvollen Uhren zeichnen sich aus technischer Sicht durch zwei übereinander gelegte Zahlscheiben, die mit einem Mittelsteg abgedeckt sind, aus.

 

Erfunden hat A. Lange & Söhne das Großdatum jedoch nicht. Ursprünge der großen Datumsanzeige lassen sich schon in den 1930er Jahren bei den Firmen Mimo, Solvil und Helvetia finden.

 

 

Panoramadatum

Der deutsche Uhrenhersteller Glashütte Original benutzt anstatt des Begriffs „Großdatum“, den Terminus „Panoramadatum“. Die vergrößerte Anzeige des Datums wird hier mittels zweier konzentrischer Zahlenringe erzielt. Dabei verzichtet man auf den Mittelsteg. So wird sogar eine noch bessere Ablesbarkeit im Vergleich zum Großdatum erreicht.

 

 

Day- Date

Bei Uhrenmodellen, die den Zusatz „Day-Date“ tragen, wird zusätzlich zum Datum auch der Wochentag mit angegeben. In den häufigsten Fällen geschieht das in der Kurzvariante auf drei Buchstaben abgekürzt. Dies hängt mit der Platzknappheit im Mechanismus der Armbanduhren zusammen.

 

Erfunden wurde dieser Mix von Komplikationen von Rolex. Bei der Rolex Day-Date etwa ist der Wochentag gut sichtbar – und vollständig ausgeschrieben – bei der Zwölf-Uhr-Position platziert, währenddessen der Wochentag bei der Drei postiert ist.

 

 

Kalender

Wer denkt, damit ist sind alle Varianten der Datumsanzeige durchgespielt, der irrt. Denn genau genommen gehören in die Aufzählung alle Komplikationen, die eine Uhr zusätzlich noch um eine Kalenderfunktion erweitern.

 

Deshalb seien an dieser Stelle der Jahreskalender, die Kalenderwochenanzeige, der Schaltjahreskalender, der Ewige Kalender sowie der religiöse Kalender erwähnt.

 

 

Kurioses aus der Geschichte der Datumsanzeigen

Abschließen möchte ich meinen heutigen Beitrag aus der Reihe „Wie funktioniert die Uhr?“ mit einer Anekdote zur Entstehungsgeschichte des Fensterdatums:

 

Zum 40. Geburtstag der Marke Rolex 1945 präsentierte Hans Wilsdorf, Gründer der Rolex-Uhren AG, eine Weltneuheit: die Rolex Datejust. Kurze Zeit später kam ihm jedoch schon die Idee zu einer Neuerung. Denn da seine Frau an einer Sehschwäche litt, überlegte er, wie es möglich wäre, das Datum der Uhr prominenter hervorzuheben.

 

Zur Hilfe kam ihm seine eigene Eitelkeit. Jeden Morgen verbrachte Wilsdorf zwei Stunden im Badezimmer. Eines Tages fiel ein Wassertropfen auf  das Glas seiner Datejust. Erstaunt von dem Vergrößerungseffekt ließ er umgehend eine Datejust mit Datumslupe konzipieren.

 

Seine Frau konnte nun das Datum besser erkennen und die Datejust mit Lupe wurde Jahre später in den Vereinigten Staaten zur Uhr des 20. Jahrhunderts gekrönt.

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Kommentare

wie nennt man einen zeiger der das datum von 1-31 anzeigt, der von links nach rechts läuft und wenn er von 31 auf 1 springt, springt er von rechts nach links auf der uhr.
wie heisst der fachausdruck dafür

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