Tikker misst die Lebenszeit

Carpe diem, was im Deutschen mit „Nutze den Tag“ zu einem geflügelten Wort geworden ist, verweist seit dem römischen Dichter Horaz darauf, die knappe Lebenszeit sinnvoll zu nutzen. Genau dieses möchte auch „Tikker“, eine Uhr, welche seinem Träger anzeigt, wie viel ihm noch vom Leben bleibt. Ende Mai ist geplant, die ersten Modelle der Lebenszeituhr auszuliefern.

Wie viel Zeit noch bleibt?

Was würden Sie dazu sagen, wenn Ihnen jemand verrät, wie viel Zeit Ihnen bis zum Tod noch bleibt? Würden Sie es überhaupt wissen wollen? Normalerweise geht man den Gedanken an den eigenen Tod ja aus dem Weg. Welchen Vorteil sollte es da haben, zu wissen, wann man stirbt? Für den Schweden Fredrik Colting fällt die Antwort darauf leicht.

 

Gegenüber dem US-amerikanischen Fernsehsender ABC News sagte er: „Wenn wir uns unseres eigenen Todes bewusst sind, also unseres Verfalls, dann schätzen wir das Leben mehr.“ Aus diesem Grund bringen Colting und seine Mitstreiter nun die Lebenszeituhr „Tikker“ auf den Markt.

 

Sie gibt an, wie lange man noch zu Leben hat. Nachdem man im vergangenen Jahr per Crowdfunding-Aktion im Netz Geld sammelte, um die Herstellung der Uhr zu ermöglichen, sollen ab Ende Mai die ersten Modelle ausgeliefert werden.

 

 

Eine Uhr, die nicht Angst, sondern Mut machen soll

Rein äußerlich fällt diese Uhr auf den ersten Blick nicht sonderlich auf. Die schlichte, dreizeilige Digitalanzeige, eingelassen in einen runden Plastikrahmen, wirkt weder besonders edel noch extrem hochwertig. Eher kommt sie wie eine Sportuhr daher.

 

Doch um den richtigen Puls beim Joggen geht es hier nicht. Denn beim genauen Hinsehen offenbart die Uhr mit dem Namen Tikker ihr Geheimnis: Sie misst die verbleibende Lebenszeit. Gemessen in Jahren, Stunden, Minuten und Sekunden. Unaufhörlich. Schlag auf Schlag. Bis zum bitteren Ende knabbert das Tick Tack dieser Uhr an Ihrem Leben.

 

Doch wie funktioniert die Uhr? Anhand eines Fragebogens zu den Lebensgewohnheiten, welchen ein Besitzer von Tikker ausfüllen muss, wird berechnet, wie viel Lebenszeit noch bleiben könnte. Aber ist diese Lebenszeituhr ein makaberer oder gar ein ganz besonders morbider Scherz?

 

Keineswegs, meint Colting, der hauptsächlich hofft, dass diese Uhr den Menschen Mut macht und ihnen hilft, zukünftig die richtigen Entscheidungen zu treffen. Anstatt sich mit negativen Dingen aufzuhalten, sollte man lieber nur noch das Positive im Leben sehen. Außerdem braucht man sich nicht mehr mit Sinnsprüchen wie „Lebe jeden Tag, als wäre es dein letzter“ zu motivieren.

 

So soll bei Tikker der  Blick auf die Uhr reichen, damit einem bewusst wird, sinnvoll mit dem eigenen Leben und der verbleibenden Zeit umzugehen. Na dann: Carpe diem.Übrigens: Das Lesen dieses Artikels hat Sie rund zwei Minuten ihrer Lebenszeit gekostet. Wir hoffen, dies war keine vertane Zeit.

 

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