Swissness Gesetz: Das sind die neuen Richtlinien für Schweizer Uhren

Seit dem 01. Januar 2017 gilt das Swissness Gesetz – auch für Schweizer Uhren. Die neuen Richtlinien sorgen für Konsequenz bei der Herstellung. Verlieren die Uhren mit Swiss Made Label nun ihren Status und Wert?

Das Swissness Gesetz ist am 01. Januar 2017 in Kraft getreten und soll den Markenschutz für alle in der Schweiz produzierten Produkte stärken. Auch Schweizer Uhren spricht das neue Gesetz an, um einer Inflation der Begrifflichkeit Swissness bzw. Swiss Made entgegenzuwirken.

 

Bereits in den vergangenen Jahren plädierten Befürworter immer wieder für eine konsequentere Verordnung. Nach langen Diskussionen genehmigte der schweizerische Bundesrat das neue Gesetz im Juni 2016. Seit Beginn des Jahres 2017 ist es rechtsgültig.

 

 

Swissness Gesetz – Richtlinien für Schweizer Uhren

Das Swissness Gesetz stellt drei Bedingungen auf, die eine Schweizer Uhr erfüllen muss, um als solche den Begriff Swiss Made tragen zu dürfen:

 

 

  • Mindestens 60% der Herstellungskosten einer Uhr als Ganzes (Endprodukt) müssen in der Schweiz anfallen.
  • Mindestens 50% des Uhrwerk-Wertes muss aus Bestandteilen der Schweizer Fabrikation bestehen.
  • Mindestens 60% der Herstellungskosten des Werkes müssen in der Schweiz anfallen.

 

Dieses Gesetz präzisiert die vorherige Verordnung, die lediglich besagte, dass die Herstellungskosten des Uhrwerks zu mindestens 60% in der Schweiz liegen müssen.

 

Das neue Gesetz bezieht sich ebenfalls auf Smartwatches.

 

 

Swissness Gesetz – Schweizer Uhren jetzt ohne Wert?

Nicht direkt. Die Uhrenhersteller stehen ab sofort natürlich vor einer immensen Herausforderung, um die geforderten Bedingungen nachzuweisen bzw. nachzurüsten und ggf. den Herstellungsprozess anzupassen.

 

Besitzt Ihr eine Uhr mit Swiss Made Label wird eine Überprüfung, ob diese auch den neuen Richtlinien folgt, sicher schwierig. Auskunft können nur die Hersteller geben.

 

Für den Übergang wurde allerdings ein Kompromiss geschlossen: Bis zum 31. Dezember 2018 dürfen Uhrenschalen und Uhrengläser von der Berechnung ausgeschlossen werden, wenn sich diese zum Inkrafttreten des Swissness Gesetzes bereits am Lager befanden.

 

 

Warum das Swissness Gesetz nötig ist

Der Begriff Swissness ist Ende der 1990er Jahre aufgekommen und gilt seitdem für die Qualität Schweizer Produkte. Dabei steht der Ausdruck für:

 

 

  • Fairness
  • Präzision
  • Zuverlässigkeit
  • Politische Stabilität
  • Natürlichkeit
  • Sauberkeit

 

Die Verwendung von Swissness oder Swiss Made insbesondere für markenpolitische Ziele ist erfolgsversprechend. Allein für Schweizer Uhren können 20% bis 50% höhere Preise verlangt werden.

 

Und das nicht ohne Grund. Schweizer Uhrmacherkunst steht für traditionsreiches Handwerk, das mit Leidenschaft und Ambition Armbanduhren fertigt. Kaum ein anderes Land kann mit einem Wissens- und Erfahrungsreichtum in diesem Metier konkurrieren. Das neue Swissness Gesetz wird diese Werte der Schweiz schützen und stärken.

 

 

Quelle: Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement EJPD

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Autor
Alice Kagels
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